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Rasentypen

Englischer Rasen oder
Blumenwiese ?
Diese Frage sollte nicht zu verbissen gesehen werden. Die Antwort hängt doch in erster Linie von den Nutzungsansprüchen und dem individuellen Geschmack ab. Der eine betrachtet gerne das satte Grün einer kurz gehaltenen "Zierrasenfläche" im Kontrast zu bunten Blumenbeeten, der andere tollt am liebsten mit seinen Kindern auf einem "Spielrasen" und der dritte streift mit Vorliebe durch seine bunt blühende "Blumenwiese" und beobachtet Schmetterlinge.
 
Was ist Rasen ?
Rasen ist nicht gleich Rasen, wie oben schon deutlich wurde. Nach der "DIN 18917 Rasen und Saatarbeiten" werden folgende Rasentypen unterschieden:
 
Rasentyp Anwendungsbereich Eigenschaften1) Pflegeansprüche
Zierrasen Repräsentationsgrün dichte teppichartige Narbe aus feinblättrigen Gräsern, Belastbarkeit gering hoch bis sehr hoch
Gebrauchsrasen Öffentliches Grün, Wohnsiedlungen, Hausgärten und ähnliches Belastbarkeit mittel, widerstandsfähig gegen Trockenheit mittel bis hoch
Strapazierrasen Sport- und Spielflächen, Liegewiesen, Parkplätze Belastbarkeit hoch (ganzjährig) mittel bis sehr hoch
Landschaftsrasen (Extensivrasen) Überwiegend extensiv genutzte und/oder gepflegte Flächen im öffentlichen und privaten Grün, in der Landschaft, an Verkehrswegen, für Rekultivierungsflächen, artenreiche, wiesenähnliche Flächen Rasen mit großer Variationsbreite je nach Ziel und Standort, z. B. Erosionsschutz, Widerstandsfähigkeit auf extremen Standorten, Grundlage zur Entwicklung von standortgerechten Biotopen, im Regelfall nicht oder nur wenig belastbar gering bis mittel,
in Sonderfällen bis sehr hoch
1) Dichte und Belastbarkeit nehmen mit zunehmender Beschattung ab.
 
Die Blumenwiese ist als Sonderfall des Landschaftsrasens zu sehen, bei dem besonderer Wert auf den Blühaspekt gelegt wird. Entsprechend muss sich jeder überlegen, wie er den Rasen nutzen möchte, wie viel Arbeit er bereit ist, in die Pflege zu stecken und demgemäss, welchen Rasentyp er will.
Die einzelnen Rasentypen erfüllen die folgenden Funktionen in unterschiedlichem Maße:
Schönheit (Zierrasen, Landschaftsrasen)
Fläche für Sport und Erholung (Gebrauchs-, Strapazierrasen)
Verbesserung des Kleinklimas (v.a. Landschaftsrasen)
Oberflächensicherung z. B. an Böschungen (v.a. Landschaftsrasen)
Lebensraum für Flora und Fauna (Landschaftsrasen)
Insbesondere die erste Funktion unterliegt den subjektiven Wertmaßstäben der beurteilenden Person, die anderen lassen sich objektiv bewerten.
Auch die Erfüllung dieser Funktionen sollte bei der Entscheidung für einen Rasentyp berücksichtigt werden.
 

 

Quelle: Bayerische Gartenakademie an der
Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim

 

 

 

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