Pilzkrankheiten im Rasen
Es sei gleich zu Anfang gesagt: Es gibt eine Vielzahl von Pilzkrankheiten, die den Rasen befallen können, es sind aber nur wenige, die so starke Schäden verursachen, dass Gegenmaßnahmen erforderlich werden. Gegen die Ausbreitung von Schadpilzen kann man nicht viel machen. Die Pilzsporen werden durch die Luft, den Regen, den Boden oder den unmittelbaren Kontakt mit Menschen, Tieren oder Arbeitsgeräten verbreitet. Es können sowohl die unterirdischen Pflanzenteile als auch die Blätter befallen werden. Jede Pilzart braucht bestimmte Wachstumsbedingungen: die eine braucht feuchtwarme Witterung, die andere liebt es kühl und feucht und wieder eine andere gedeiht am besten im Winter unter einer Schneedecke.
Ursachen für die Ausbreitung von Pilzkrankheiten sind:
Vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzkrankheiten
Bekämpfung von PilzkrankheitenIst eine Pilzkrankheit im Rasen entstanden, wird zunächst versucht, die Standortbedingungen zu verbessern. Wenn der Boden verdichtet ist oder eine dicke Rasenfilzschicht besteht, sollte für bessere Durchlässigkeit und oberflächennahe Durchlüftung gesorgt werden, zum einen durch Vertikutieren, zum anderen durch Aerifizieren. Darunter sind maschinelle Maßnahmen zu verstehen, die Verdichtungen im Wurzelbereich des Rasens bis in die Tiefe von 10 cm durch Löchern oder Schlitzen beseitigen. Empfehlenswert ist das anschließende Einbringen von Sand in die Löcher oder Spalten.
Erscheinungsbild und jahreszeitliches Auftreten der PilzkrankheitenNachfolgende Tabelle zum vorwiegenden jahreszeitlichen Auftreten und die Fotos der Erscheinungsformen der verschiedenen Pilzkrankheiten sollen helfen, im Rasen auftretende Pilzkrankheiten zu identifizieren.
Häufige Pilzkrankheiten und ihre BekämpfungDie im folgenden angegebenen von den jeweiligen Krankheiten betroffenen Grasarten lassen sich im Rasen schwer bestimmen, da sie in der Regel vor Ausbildung der Blütenstände gemäht werden. Die Artenzusammensetzung lässt sich am ehesten aus der verwendeten Saatgutmischung ermitteln.
Schneeschimmel - Fusarium nivaleSchneeschimmel ist eine verbreitete Krankheit in feinem Rasen, also vor allem bei Zierrasen. Betroffene Arten sind: Straußgräser Agrostis spec., Deutsches Weidelgras Lolium perenne und Rispengräser Poa spec. Wenig anfällig sind: Rotschwingel Festuca rubra und Wiesenlieschgras oder Thimotheegras Phleum pratense.
Besonders anfällig sind schwächliche oder überdüngte Pflanzen auf verdichteten Böden. Die Krankheit entsteht meist ab September, kann aber unter ungünstigen Bedingungen auch das ganze Jahr auftreten. Wie der Name sagt, wird sie durch eine lange Schneebedeckung gefördert. Symptome:Im Frühjahr zeigen sich zunächst kleine, annähernd runde Flecke mit einem Durchmesser von circa 2,5 bis 5 cm, die unter ungünstigen Bedingungen bis auf 30 cm anwachsen und ineinander übergehen können. Die Flecken sind von einem weißgrauen bis rötlichen Myzelbelag überzogen. Bekämpfung:
Dollarflecken-Krankheit - Sclerotinia homoeocarpaDiese Krankheit tritt vor allem im Frühjahr oder im Spätsommer und im Herbst auf. Sie entsteht bevorzugt auf feuchten und schlecht durchlüfteten Böden. Besonders anfällig sind Straußgräser Agrostis spec. und der Rotschwingel Festuca rubra ssp. rubra. Symptome:Zunächst treten einzelne gelblich verfärbte Flecken von circa 1 bis 2 cm Durchmesser auf, die sich teilweise bis auf 5 cm vergrößern. Eventuell ist ein feines weißliches Myzel zu erkennen. Bekämpfung:
Schwarzbeinigkeit - Ophiobolus graminisVon dieser Krankheit sind vor allem feinblättrige Arten betroffen, wie zum Beispiel die Straußgräser Agrostis tenuis, Agrostis canina, Rispengräser Poa spec. und Schwingel Festuca spec. Es werden stark aufgekalkte, aber auch nährstoffarme, schlecht dränierte Standorte im Spätsommer, Herbst und Winter befallen.
Symptome:Es treten anfänglich kleine, eingesunkene Flecken mit rund 5 bis 10 cm Durchmesser und ausgeblichener, bronzeartiger Färbung auf, die sich bis auf 1 m ausbreiten können. Im Zentrum der Flecken sterben die Gräser ab und Unkraut entwickelt sich. Bekämpfung:
Echter Mehltau - Erysiphe graminisEchter Mehltau tritt vor allem bei Rasenflächen in Schattenlagen auf. Begünstigt wird Mehltau durch zu hohen Rasenschnitt und feuchtwarme Witterung. Symptome:Auf der Blattoberfläche, vor allem bei jüngeren Blättern entwickelt sich ein weißer bis grauweißer Belag, der sich zu einem mehlartigen Überzug entwickelt. Bekämpfung:
Rostkrankheiten - PucciniaFür Rostkrankheiten sind vorwiegend Wiesenrispe Poa pratensis und Deutsches Weidelgras Lolium perenne anfällig. Rostkrankheiten treten häufig von Mai bis September nach trockenen Perioden auf.
Symptome:Auf den Blättern treten gelbe, orangefarbene oder braune Pusteln mit staubenden Sporen in unterschiedlicher Form und Verteilung auf. Die befallenen Gräser bleiben im Wachstum zurück. Bekämpfung:
Blattfleckenkrankheit - Helminthosporium vagans
Symptome: An Blättern und Blattscheiden entstehen ovale, dunkelbraune Flecken, deren innerer Kreis sich später weiß färbt. Bekämpfung:
Wurzelhalsfäule - Typhula incarnataDie Wurzelhalsfäule ist wie der Schneeschimmel eine typische Winterkrankheit. Die Gräser werden im Spätherbst oder Winter befallen, sichtbar wird die Krankheit dann im Frühjahr nach der Schneeschmelze. Befallen werden vor allem Straußgräser Agrostis spec., Rispengräser Poa spec. und Deutsches Weidelgras Lolium perenne.
Symptome:Helles, gräuliches Pilzmyzel bedeckt die Pflanzen in Flecken von 5 bis 40 cm Durchmesser. Die Krankheit ist auf den ersten Blick leicht mit dem Schneeschimmel zu verwechseln, aber die befallenen Pflanzen wirken beim Schneeschimmel feucht und schleimig, bei der Wurzelhalsfäule dagegen trocken und papierartig. Bekämpfung:
Hexenringe (Marasmius oreades u.a.)Hexenringe können überall dort entstehen, wo Gras wächst. Sie sind nicht an bestimmte Grasarten oder Rasentypen gebunden und können ganzjährig auftreten. Vermehrt werden magere, sandige Standorte und ehemalige Waldgebiete befallen.
Symptome:Man unterscheidet drei Erscheinungsformen der Hexenringe, die jeweils von unterschiedlichen Pilzarten hervorgerufen werden. Typ 1: Typ 2: Typ 3: Bekämpfung:
Fotos: WOLF/EUROGREEN
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Quelle: Bayerische Gartenakademie an der |























