Anlage von Rasen
Standortvoraussetzungen
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Vor der Anlage einer Rasenfläche ist es unerlässlich, zunächst den vorgesehenen Standort genau zu untersuchen. Die geplante Form der Rasenfläche ist hinsichtlich der Pflege zu überdenken. Schmale Streifen sind kaum nutzbar und schwer zu pflegen. Ist der Platz überhaupt für die Ansaat von Rasen geeignet und wenn ja, welche Grasarten und -sorten kommen in Frage ?
Für Rasenflächen ist das Licht in aller Regel der entscheidende Faktor. Rasengräser sind sehr lichtbedürftig, bestenfalls im lichten Halbschatten ist die Rasenanlage noch sinnvoll. Zur Begrünung überwiegend beschatteter Flächen sollte man besser schattenverträgliche Stauden oder Bodendecker verwenden.
Die anderen Standortvoraussetzungen, wie Temperatur und Feuchtigkeit und die bodengebundenen Faktoren, wie Bodenreaktion und Stickstoffgehalt des Bodens stellen keine Ausschlusskriterien für Rasen dar.
Es gibt Grasarten, die für feuchte oder trockene Bereiche geeignet sind. Die meisten Rasengräser brauchen eher eine leicht saure Bodenreaktion. Sie kann durch Sand oder Kalk in die gewünschte Richtung verändert werden.
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Zeitplan
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Der Aussaattermin beeinflusst den Zeitpunkt des Auflaufens der Gräser und schließlich die Dauer bis zur Bildung einer betretbaren Grasnarbe. Für zügiges Wachstum sind Temperaturen zwischen 14 und 25° C nötig. Am günstigsten sind daher die Monate April, Mai und Juni, weil dann der Boden schon angewärmt ist, die Temperaturen in der Regel aber nicht so hoch werden, dass die Saat beeinträchtigt werden könnte.
Der Zeitraum bis zum Auflaufen der Grassamen ist unterschiedlich, je nach Art bewegt er sich in der günstigen Saatzeit zwischen 7 und 15 Tagen. Bis zur Bestockung der Fläche vergehen weitere drei bis sechs Wochen und bis der Rasen dann endlich voll betret- und belastbar ist, muss er noch einige Male gemäht werden.
Man sollte circa sechs Monate einplanen, bis der Rasen voll nutzbar ist.
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Bodenvorbereitung
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Die Geländemodellierung ist in der Regel vorgegeben, soll sie wesentlich verändert werden, ist der Oberboden (ca. 20 cm) vorher abzuschieben und seitlich zu lagern. Durch die Geländemodellierung sollen keine Senken entstehen, aus denen das Niederschlagswasser nur schlecht ablaufen kann. Die Rasenfläche sollte 1-2 % Gefälle zu angrenzenden Pflanzflächen haben. Dadurch wird Staunässe verhindert und gleichzeitig werden die Beete bewässert. Das Gefälle geneigter Flächen soll 10 - 15 % nicht übersteigen, wenn sie maschinell gepflegt werden sollen. Wenn der Untergrund durch Baufahrzeuge verdichtet ist, sollte er vor Auftrag des Oberbodens tiefgründig gelockert werden.
Die optimale Bodenart für Rasen ist ein humoser, anlehmiger bis lehmiger Sandboden oder ein sandiger Lehmboden. In vielen Gärten liegt ein ganz anderer Boden vor, den man durch Einarbeiten von Sand und eventuell von Humusstoffen in Richtung der optimalen Bodenart verändern kann. Insbesondere bei sehr schweren Böden ist es sinnvoll, Sand einzuarbeiten, um eine bessere Durchlässigkeit für das Niederschlagswasser zu erreichen. Selten oder schwach belastete Rasen können auf fast allen Bodenarten angelegt werden.
Vor der Rasenansaat sollte die Nährstoffversorgung und die Bodenreaktion durch eine Bodenprobe festgestellt werden, und die Artenauswahl darauf abgestimmt bzw. eine entsprechende Düngung vorgenommen werden. Das für Rasen günstigste Verhältnis der drei Hauptnährstoffe N:P:K = 3:1:2,5 sollte angestrebt werden.
Der Oberboden sollte nach dem Aufbringen 15 - 20 cm tief gelockert und dabei die erforderlichen Bodenverbesserungsmittel eingearbeitet werden. Im Rahmen der Feinplanie mit entsprechenden Geräten (z. B. Krailrechen) werden Steine und Wurzeln von "Unkräutern" von der anzulegenden Fläche entfernt.
Dabei ist insbesondere auf die für die vorgesehene Nutzung erforderliche Ebenflächigkeit zu achten. Bei einem geplanten stets kurzgehaltenen Zierrasen ist das wichtiger als bei einer geplanten Blumenwiese.
Das Saatbett soll feinkrümelig, eben und gut abgesetzt sein. Wenn nachträgliche Setzungen eintreten, muss möglichst vor der Aussaat das Feinplanum nachgebessert werden.
Sehr wichtig für die Erhaltung der Bodenstruktur ist, dass sämtliche Bodenarbeiten nur bei abgetrocknetem Boden durchgeführt werden.
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| Zierrasen |
Ansaat
Saatgut
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Für die Rasenansaat entscheidend ist die Qualität des Saatgutes und die optimale, auf den Standort zugeschnittene Zusammensetzung der Rasenmischung.
Bei einer Mischung können sich die verschiedenen Arten und Sorten gegenseitig ergänzen und der eventuelle Ausfall einer Art macht sich nicht so stark bemerkbar.
Es ist empfehlenswert, sogenannte Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) zu verwenden. Hierin sind für die verschiedenen Standorte und Nutzungen Artenmischungen erarbeitet, und auch die Mindesteignung der Sorten festgelegt, so dass man die Gewähr hat, für den jeweiligen Verwendungszweck eine geeignete Mischung zu bekommen. Regel-Saatgut-Mischungen sind im Saatgut-Fachhandel erhältlich. Beim Kauf von anderen Saatgutmischungen hat man die Gewähr der Sorteneignung nicht, der Aussaaterfolg ist also nicht so sicher.
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Saatvorgang
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Das Saatgut wird auf das vorbereitete Saatbett möglichst gleichmäßig ausgebracht. Dies kann entweder von Hand geschehen, was allerdings eine gewisse Übung voraussetzt. Einfacher und gleichmäßiger erfolgt es mit einer Saatmaschine, bei der man die gewünschte Menge einstellen kann und dann nur noch aufpassen muss, dass die Bahnen sich nicht überschneiden und keine Lücken zwischen den Bahnen entstehen.
Für die gängigen Mischungen liegt die optimale Aussaatmenge bei 25 g/qm. Bei Blumenwiesenmischungen werden 5 - 10 g/qm ausgebracht.
Die Saattiefe sollte etwa 0,5 - 1,5 cm betragen. Wenn die Samen höher liegen, trocknen sie schnell aus oder werden von Vögeln gefressen, wenn sie tiefer liegen, fehlt das für die Keimung notwendige Licht.
Das Saatgut muss also nach dem Ausbringen oberflächlich mit einem Rechen eingearbeitet werden. Anschließend wird der Boden mit einer leichten Walze abgewalzt oder mit an den Füßen befestigten Brettern angetreten, um einen ausreichenden Bodenschluss zu erreichen.
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Fertigstellungspflege
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Bis zum Auflaufen und Bestocken der Fläche muss ständig für ausreichende Bodenfeuchte gesorgt werden, da die Keimlinge und jungen Graspflänzchen gegen Austrocknen sehr empfindlich sind. Bei Trockenheit sollte man alle ein bis zwei Tage mit 5 - 10 l/qm bewässern, nach zwei Wochen zwei- bis dreimal pro Woche mit 10 - 20 l/qm.
Um eine geschlossene, belastbare Grasnarbe zu erreichen, sind nach dem Bestocken der Fläche noch einige Mähvorgänge erforderlich. Blumenwiesen werden im ersten Jahr dreimal, im zweiten Jahr nur noch zwei- bis dreimal und danach schließlich nur noch zweimal gemäht. |
Quelle: Bayerische Gartenakademie an der
Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim
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